Autor Thema: Getriebe springt  (Gelesen 556 mal)

Offline Holzkopf

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Getriebe springt
« am: 15. Februar 2017, 19:27 »
Gnabend allerseits,

heute hatten wir blauen Himmel und 6°C, da dachte ich mir es ist ja längst überfällig, die Saison zu eröffnen. Kurzum, Batterie rein und Maschine sprang auch sofort an (sofern man dran denk den Benzinhahn auf on zu schalten... wieso gibt's eigentlich keinen "brett vorm kopf"-smiley oder "kopf trifft tisch kritisch"-smiley???).

Schön gemütlich ein wenig durch die Gegend gedampft und zum Schluß auf der Autobahn zurück. Letzteres ist zwar nicht schön, musste aber halt sein. Jedenfalls dachte ich mir, jetzt teste ich mal aus, wie schnell meine CB500 auf der Geraden wirklich ist. Bis 180 alles kein Problem - auch wenn's da schon etwas zäh wurde... Aber schlagartig verliert die Maschine für ne Sekunde komplett die Leistung und fängt sich kurz darauf wieder... WTF?

Wieso schreibe ich dies jetzt in den Getriebe Topic? Klingt doch erstmal nach Motor, hat sich bei 8500 U/min vllt. "verschluckt"? Nunja, im letzten Jahr ist es mir ab und an passiert, dass mir die Maschine bei voller Last in einen "Leerlauf" gerutscht ist, ohne dass ich an der Schaltung war. Und dies in allen Gängen (selbst im höchsten). Es war auch weniger die Neutralstellung, als viel mehr ein Rutschen zwischen die Gänge, denn wenn ich dann 1x (in Worten EIN Mal) hochgeschaltet habe war ich wieder im alten Gang.

Ich habe heute zwar nicht Schalten müssen, aber könnten die beiden Dinge zusammen hängen? Kann mir das mit dem "Verschlucken" eigentlich weniger vorstellen, da ich die Maschine gerne mal bis an die Grenze hochtreibe.

Und gibt es eine einfach Lösung des Problems? Will eigentlich nicht das Getriebe tauschen/ zerlegen... Wenn ich's machen lasse übersteigt das den wirtschaftlichen Wert des Motorrades, wenn ich das Getriebe selber zerlege komm ich diese Saison nicht mehr zum Fahren... Und ob's danach besser ist sei dahingestellt ^^ Mir würde ne Einschätzung über die Ursache vorerst reichen.

Gruß
Holzkopf

Offline RAMA

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Re: Getriebe springt
« Antwort #1 am: 16. Februar 2017, 10:52 »
Ich glaube, das sind zwei verschiedene Ursachen.

Das mit dem Getriebe ist mir mit der Honda auch ein-zweimal passiert, bei der Aprilia passiert das häufiger. Abhilfe schafft bei mir "bewußtes" Schalten: also Ganghebel nicht nur antippen, sondern richtig drauftreten oder hochziehen. Möglicherweise ist da einfach ein Teil (Schaltklaue??) ausgeleiert.

Zu dem plötzlichen Leistungsverlust fällt mir eher ein Zündaussetzer ein.

Wart mal ab, was Gudrun und Chris dazu sagen, da sind die Kenntnisse nicht so weit weg wie bei mir.... ;)
Grüße von Bernadette
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Offline Laure87

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Re: Getriebe springt
« Antwort #2 am: 16. Februar 2017, 12:34 »
Was das Getriebe angeht, kann ich die Antwort von Rama bestätigen. Ich hatte das bei meiner CB auch ein paar mal (und auch bei allen anderen Moppeds). Der Gang war wohl nicht ganz eingerastet und bei einem Lastwechsel rutscht das Getriebe dann wieder aus dem Gang und befindet sich sozusagen dann zwischen den beiden Gängen. Ursache war meiner Meinung nach auch schlampiges Schalten. Also kein Grund das Getriebe zu tauschen, sondern einfach etwas definierter schalten und den Hebel ausrechend bewegen um die Zahnräder vollständig zu verbinden.

Was die Motoraussetzer angeht: Kann es sein, dass sich über den Winter ein bisschen Dreck im Vergaser abgesetzt hat, und bei hohen Drehzahlen (sprich hohen Durchflussmengen) kommt es zum Engpass? Ist allerdings nur eine Vermutung und hier würde ich auch eher auf unsere Profis warten ;)

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Offline gudrun

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Re: Getriebe springt
« Antwort #3 am: 16. Februar 2017, 16:59 »
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Ursache war meiner Meinung nach auch schlampiges Schalten.

Jup, ist mir auch schon so passiert.


Beim zweiten Punkt hätt ich auch ein bisschen auf das berühmte "Leistungsloch" getippt - wobei hier der Motor nicht komplett versagt sondern einfach schwerfällig höher dreht, bis er ca. 7000+-500 Touren erreich hat und dann wieder richtig Gas gibt.
Motoraussetzer in dem Sinn kannte ich von meiner CB nicht.  (wasntme)
Sei bitte net soo deppert.

Offline RAMA

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Re: Getriebe springt
« Antwort #4 am: 16. Februar 2017, 19:54 »
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Was die Motoraussetzer angeht: Kann es sein, dass sich über den Winter ein bisschen Dreck im Vergaser abgesetzt hat, und bei hohen Drehzahlen (sprich hohen Durchflussmengen) kommt es zum Engpass? Ist allerdings nur eine Vermutung und hier würde ich auch eher auf unsere Profis warten ;)

dann würde der Motor doch eher stucken, als ob das Benzin ausgeht.

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Beim zweiten Punkt hätt ich auch ein bisschen auf das berühmte "Leistungsloch" getippt - wobei hier der Motor nicht komplett versagt sondern einfach schwerfällig höher dreht, bis er ca. 7000+-500 Touren erreich hat und dann wieder richtig Gas gibt.
Motoraussetzer in dem Sinn kannte ich von meiner CB nicht.  (wasntme)

Er erwähnt etwas von 8500 Touren, da müßte der kleine Durchhänger im Drehzahlband schon vorbei sein. Ich tippe immer noch auf Zündaussetzer.
Grüße von Bernadette
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Offline Holzkopf

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Re: Getriebe springt
« Antwort #5 am: 16. Februar 2017, 20:02 »
Danke an alle für die Antworten...
Getriebe: Eure Theorie kann passen, da mir das natürlich auch immer beim schnellen Schalten passiert. Die Maschine steht da ja nicht ohne Grund unter voller Last. Ich werde drauf achten. Danke für die (beruhigende) Antwort.

Leistungsloch: Ich glaube zu wissen, was Du meinst, aber das schließe ich eigentlich aus. Es war tatsächlich, als wäre der Motor für ne Sekunde überhaupt nicht mehr gelaufen, also nicht nur schleppend beschleunigt, sondern kurz vor Ich-mach-ne-Rolle-vorwärts.

Vergaser dicht und deswegen Engpass: kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen, höchstens dass sich durch die hohe Durchlaufgeschwindigkeit etwas Dreck gelöst hat und für nen Bruchteil einer Sekunde die Leitung/ Düse verstopft hat, dann aber durch den recht hohen Durchfluß (8500 U/min) sofort durchgeblasen wurde. Werd mal nen bissl Chemie durchlaufen lassen, ansonsten ist der Vergaser eigentlich vor etwa 3tkm (halbes Jahr) professionell gemacht worden...

Es beruhigt mich aber erstmal, dass nicht bei irgendwem sofort alle Alarmglocken aufschrillen und dieser mein geliebtes Moped dem Grabe näher sieht als die Tapete der Wand. Ich werde es beobachten und berichten.

Gruß vom Holzkopf

EDIT (weil neuer Post von RAMA):
Also Zündkerzen checken?

Offline Laure87

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Re: Getriebe springt
« Antwort #6 am: 16. Februar 2017, 21:28 »
Zündkerzen checken schaden sicher nicht und wäre eine mögliche Ursache, ja. Am besten austauschen, wenn sie nicht mehr so appetitlich aussehen.
Elektrodenabstand kontrollieren nicht vergessen und den Kerzenstecker reinigen und einen Tropfen Kontaktspray.
Auch kannst du bei dieser Gelegenheit einen genaueren Blick auf die Zündkabel werfen. Eventuell gibt es hier Scheuerstellen o.ä.

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Offline skyliner2

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Re: Getriebe springt
« Antwort #7 am: 17. Februar 2017, 14:49 »
Ich seh das ähnlich wie die anderen. Punkt eins kommt mit ziemlicher Sicherheit vom unsauberen Schalten, das ist mir bei der CB auch schon desöfteren passiert. Gerade bei hohen Drehzahlen will der Gang da schon sehr bewusst eingelegt werden. Da würd ich mir erstmal keine Sorgen machen. Einfach mal ausprobieren und beobachten.

Was hilft ist z.B., den Schalthebel schon vor dem Ziehen der Kupplung ganz leicht mit dem Fuß nach oben zu drücken (also nicht so, dass Du den Gang ohne Kupplung reinwürgst), und dann leicht vom Gas zu gehen und die Kupplung zu ziehen. Dann flutscht der Gang mit gleichzeitigem Zug der Fußspitze nach oben eigentlich immer satt und sauber rein.

Die CB lässt sich übrigens auch ganz wunderbar ohne Kupplung hochschalten. (Runter bitte nicht - und hoch auch erst nach dem zweiten Gang, darunter sind die Drehzahlunterschiede zu groß!). Dazu wie gerade beschrieben den Kupplungshebel leicht belasten und dann bei einer bestimmten Drehzahl kurz das Gas reduzieren - so dass die Drehzahl der entspricht, die Du bei derselben Geschwindigkeit im höheren Gang brauchst. Das ist Übungssache. Dann rutscht der Gang rein und Du kannst gleich wieder angasen, ohne den Kupplungshebel auch nur angefasst zu haben. Die richtige Drehzahl im richtigen Gang zu erwischen, bei der das funktioniert, ist allerdings Übungssache. ;) Irgendwann flutscht das aber ganz von alleine.

Dein Aussetzer-Problem kann ich nicht wirklich eingrenzen, das müsste man mal selber "gespürt" haben. Ganz logisch erscheint es mir nicht, aber wie die anderen geschrieben haben, check ruhig mal die möglichen Ursachen. Das kostet nix, Du lernst Dein Mopped dadurch besser kennen und schaden tuts auch nix.

Also mal Kerzen raus, Kerzenbild anschauen (auch so mancher "Profi" stellt gern mal einen Vergaser zu fett oder zu mager ein) und Elektroden checken. Dabei die Kerzenstecker auf Korrosion und die Kabel auf Schäden prüfen.

Was bei Problemen im hohen Drehzahlbereich auch gern mal die Ursache ist, ist der Tankentlüftungsschlauch. Der ist sehr dünn und knickt leicht. Wenn der nicht genug Luft durchlässt, entsteht bei hohem Spritkonsum (also bei hohen Drehzahlen) ein Unterdruck im Tank. Dann läuft nicht schnell genug Sprit in den Vergaser nach und wenn die Drehzahl hoch bleibt, ist irgendwann dein Vergaser leer. Dann geht sie aus. Da aber ein Gang drinliegt und die Zündung an ist, geht sie automatisch wieder an, wenn wieder Sprit in den Vergaser nachgelaufen ist.

Bei Deinem Problem hört sich das fast nach der logischsten Erklärung an. Denn wenn sie Dir wirklich bei hoher Geschwindigkeit ausgeht und der Vergaser trotzdem Sprit in den Motor lässt, knallt sie normalerweise, wenn sie wieder angeht. (Also so, wie wenn Du mit dem Killschalter im Tunnel eine bewusste Fehlzündung provozierst :D ). Davon hast Du nichts geschrieben, deswegen würde ich die Motoraussetzer auf fehlende Spritversorgung zurückführen.

Der Entlüftungsschlauch ist der dünnste der drei Schläuche, die unten in den Tank gehen. Wenn der Tank unten war und man ihn wieder aufsetzt, kann es leicht passieren, dass man dabei den Entlüftungsschlauch knickt oder irgendwo einzwickt. Heb also auch ruhig mal den Tank an und schau nach.

Mir ist das auch schon mal passiert, nur dass bei mir der Schlauch komplett eingezwickt war und überhaupt keine Luft in den Tank gekommen ist. Dadurch ist mir das Mopped nach kurzer Fahrtstrecke bei 150 auf der Autobahn komplett ausgegangen und auch nicht mehr angesprungen. Beim Öffnen des Tankdeckels hats dann richtig gezischt, als die Luft in den Tank ist. Dadurch ist wieder Sprit in den Vergaser gelaufen und der Motor ist wieder angesprungen...

LG Chris

Biker sind rücksichtslos. Egal, von hinten kommt eh nix.
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Offline Holzkopf

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Re: Getriebe springt
« Antwort #8 am: 17. Februar 2017, 18:47 »
Hallo Chris.

die Idee mit dem Tankschlauch werd ich auf jeden Fall mal checken, von der Beschreibung klingt's für mich absolut logisch. Geknallt hat's nicht, aber es war tatsächlich als hätte die Maschine ne sekunde keinen Sprit gehabt. Zuvor bin ja ich längere Strecke auf hohen Touren unterwegs gewesen (klar, hab ja voll Stoff im höchsten Gang gegeben). Nach dem Aussetzer bin ich auch sofort mit der Drehzahl runter und hab's dabei belassen... Da ich den Tank auch vor einiger Zeit mal runter hatte, werd ich den Schlauch auf jeden Fall checken. Ich meine mich zu erinnern, dass der generell recht kurz war und daher ziemlich straff "um die Ecke gezogen" wurde. Könnte also der Grund sein - ich werd's checken...

Das mit dem Gänge schalten ohne Kupplung lass ich lieber, auch wenn ich weiß, wie man ein unsynchronisiertes Getriebe fährt. Mein erstes Auto war dahingehend "optimiert"... Naja, eigentlich waren nur sämtliche Synchronringe durch... Aber das Auto war weniger wert als auch nur einer dieser Ringe im Materialpreis... Da lernt man eben, unsynchronisiert zu schalten ^^

Danke jedenfalls erstmal für den Ansatz, sobald wir wieder Temparaturen im positiven Bereich haben werd ich mir's mal ansehen...

Gruß vom Holzkopf...


Offline skyliner2

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Re: Getriebe springt
« Antwort #9 am: 17. Februar 2017, 19:25 »
Der Schlauch kommt unten beim Hauptständer aus und endet da offen. Wenn der zu stramm sitzt, kannst Du ihn einfach hochschieben...

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