Autor Thema: Der bayerische Sündenfall  (Gelesen 1259 mal)

Offline skyliner2

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Der bayerische Sündenfall
« am: 24. September 2010, 00:42 »
Der bayerische Sündenfall 
(jetzt wissen wir wer Schuld ist! ;-)))


...oder wie es damals wirklich war mit Adam und Eva

Ganz am Anfang von allem war das Paradies - heute sagt man Bayern dazu.

Der liebe Gott hatte alles, was man zum Leben und Glücklichsein braucht, in nur einer Woche erschaffen:

den Chiemsee, die Berge, den Viktualienmarkt, Wirtshäuser, die
Haubentaucher, die Wildschweine, den Rehbock, die Pollner Milch,
bayerisches Bier, Brezen, Weißwürst, Schnupftabak, Knödel,
Schweinsbraten, Radi...


Am 7. und letzten Tag erschuf Gott aber das Wichtigste von allem: die
Zwetschgenbäume. Gott liebte diese kleinen paradiesisch blauen Früchte,
und seine Engel waren immerfort damit beschäftigt, für ihn
Zwetschgendatschi und Zwetschgenmaultaschen zu backen. Eine wahrhaft
göttliche Speise, die er sich nach so viel Welterschaffen gar redlich
verdient hatte.

Dann sah er auf sein schönes Bayernparadies hinab und dachte für sich:
"Da fehlt noch was, etwas oder jemand, der sich richtig erfreuen kann
an den vielen schönen Dingen, die ich erschaffen habe". Und so formte
Gott aus frischem Brezenteig den Adam und weil noch a bissl Teig über
war, so "baazte" er daraus eine Eva, damit's dem Adam nicht so
langweilig wird im Paradies.

Als Adam und Eva fertig geformt waren, streute er noch Brezensalz
drüber, und dann hauchte er den beiden Leben ein, indem er dem Adam
eine frische Maß Bier über den Kopf schüttete und der Eva einen Liter
Goaßmilch.

Anschließend gab Gott dem Adam eine Lederhosn und der Eva ein fesches Dirndl zum Anziehen für die Werktage.
Für Sonn- und Feiertage gab Gott dem Adam einen schwarzen Anzug mit und
die Eva bekam wegen ihrer damaligen Unschuld ein schönes weißes Kleid.

Dann sprach Gott: "Jetz schleicht's Eich und macht's es Euch gmiatlich
im Paradies, eßt's Schweinsbraten und trinkt's Bier so vui wias
wollt's, aber laßt's bloß de Finga weg vo meine Zwetschgenbaam, de san
heilig und nur für mi!"

Dann lehnte sich Gott zurück, steckte sich genüßlich ein Stück
Zwetschgendatschi in den Mund und sah zu, wie Adam und Eva glücklich
und lebensfroh durchs bayerische Paradies hüpften. Gott war sehr
zufrieden mit seinem Schaffen.

Adam und Eva fehlte es an nichts. Sie "strawanzten" freudig durchs
Paradies, lagen auf Isarkiesbänken herum, badeten im Staffelsee, und
wenn der liebe Gott schlief, dann schlich sich der Adam gern heimlich
mit einer Holzleiter zum Kammerfensterln an Eva's Hütterl.

Der Frühling und der Sommer vergingen, und dann kam auch der Herbst ins
Paradies. Die bayerischen Obstbäume waren schwer beladen mit Äpfeln,
Birnen, Nüssen... und auch Zwetschgen. Die Engel flogen von
Zwetschgenbaum zu Zwetschgenbaum und sammelten diese leckere göttliche
Frucht, und der liebe Gott bekam siebenmal in der Woche
Zwetschgenmaultaschen serviert.

Eines herbstlichen Sonntags geschah es dann, im Paradies gab es ein noch nie da gewesenes "Gschiss".

Adam wollte kurz vor'm 12 Uhr-Läuten noch Weißwürste essen, aber die
Eva sagte: "Mensch Adam, schau da de scheena Zwetschgen da oben am Baam
o, i hob so a Lust drauf und konn de Weißwürst scho nimma sehn".

Drauf der Adam: "Spinnst Du Eva, da Chef hod gsogt, des geht uns nix o,
dann iß Du hoid einfach an Apfekuacha, oder an Radi mit Butterbrezn,
oder an Wurstsalat, oder... aber lass bloß deine Griffen weg vo de
Zwetschgen!"

Da der Eva als erste Frau die "Urneugierde", die "Urzickigkeit" und das
weibliche "Um-den-Fingerwickel-Gen" praktisch angeboren war, so sprach
sie zu dem Adam:" A geh Adam, scheiß da nix, dann feid da nix, jetz
hilf ma endlich und heb mi do a bissl rauf, damit i bessa an de scheena
Zwetschgen kimm. Der liebe Gott hod se eh scho hinglegt zum
Mittagsschlaf und kriagt von der ganzen Sach gor nix mit!"

Der Adam wollte kein "Gschiß" haben und gab schließlich nach. Er
dachte: "So a "hantige und grantige" Eva is am End womöglich schlimma
wia da liabe Gott, wenn er moi sauer is". Außerdem hatte er das Anheben
der Eva auf den Zwetschgenbaum sehr genossen, weil er in diesem
Augenblick einen tiefen und direkten Einblick in die weibliche Fülle
seiner Eva gewinnen konnte.

Umherfliegende Engel haben dieses verbotene Tun jedoch beobachtet, und
weil Engel im Normalfall auch weiblich sind und somit rechte
"Pritschhaferl" (Petzen), so sind diese gleich zum lieben Gott
geflogen, haben ihn aufgeweckt von seinem Nickerchen und ihm voller
Aufregung erzählt: "Du Chef, im Paradies, oder bessa gsogt, in de
Zwetschgen is grod ganz sakrisch da Wurm drin".

Der liebe Gott war daraufhin so grantig auf Adam und Eva wie noch nie
zuvor. Kurzum, es wurde richtig ungemütlich im Paradies. Gott ließ
sogleich die Grenzen zu dem bei weiten weniger paradiesischen
preußischen Nachbarland öffnen.

Die Folgen waren verheerend für das bayerische Paradies:
Weißwürste wurden mit Ketchup verspeist und dazu preußisches Bier getrunken.
Aus Erdäpfel wurden Pommes gemacht und Chips.
Es wurden Gesetze und Verordnungen eingeführt. die es vorher gar nicht
gab und brauchte. Das Rauchen in Wirtshäusern wurde verboten, das
Reinheitsgebot wurde eingeführt, die Grill- und Rasenmähverordnungen...

Aus Dirndl wurde Landhaus, aus "Pfia Di" wurde "Tschüßi", aus
Kramerläden wurde Outlet und Lagerverkauf, aus Erntedank wurde
Halloween, das Christkind wurde zum Weihnachtsmann, de Goaß zur Ziege,
das Oktoberfest zum Ballermann, Der Frühschoppen zum Brunch, der
Sonntag wurde verkaufsoffen und "g'fensterlt" wird heut interaktiv im
Internet...

Jetzt "hamma den Dreck im Schachterl" und das alles nur, weil sich
die Eva nicht zusammenreißen hat können.

Und der liebe Gott muß heut wieder Muffins essen, dabei mag er doch viel lieber Zwetschgendatschi.
Biker sind rücksichtslos. Egal, von hinten kommt eh nix.
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Offline RAMA

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Re: Der bayerische Sündenfall
« Antwort #1 am: 24. September 2010, 08:54 »
 :D :D
Grüße von Bernadette
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Offline ramirez

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Re: Der bayerische Sündenfall
« Antwort #2 am: 24. September 2010, 09:43 »
 :D :D (rofl) so is des...köstlich...  (rofl)
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